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Schuppenflechte/ Psoriasis

Geschichte der Schuppenflechte/ Psoriasis

Schon vor über 2000 Jahren beschrieb der griechische Arzt Hippokratesschuppende Hauterkrankungen.Im Jahr 1841 gab der Wiener Hautarzt Ferdinand von Hebra der Schuppenflechtedie Bezeichnung Psoriasis (psora = Schuppe). Die Schuppenflechtekommt bei etwa 2% der westlichen Bevölkerung vor. Die Krankheit beginntmeist zwischen dem 30. und dem 40. Lebensjahr, es kommen jedochauch Frühformen in der Kindheit vor. Da die Schuppenflechte zuden vererbbaren Hauterkrankungen zählt, ist die Familienvorgeschichte(Anamnese) von Bedeutung.

Anzeichen

Typische Formen der Psoriasis
Die Psoriasis vulgaris ist mit 90% die häufigste Form der Schuppenflechte.
Begleitend kann an den kleinen Gelenken eine chronische rezidivierende Arthritis vorkommen (bis zu 20%). Leichtere Formen zeigen einzelne Herde an typischen Stellen:

  • Kopfhaut
  • Ellbogen
  • Knie
  • Nabel
  • Steiß
  • Hände/Füße
  • Fingernägel

 

Schwere Formen sind:

  • Erythrodermie
  • generalisierte pustulöse Psoriasis

An Begleiterkrankungen treten Stoffwechselstörungen wie Zuckerkrankheit, Gicht und Blutfettwerterhöhungen auf und können zum Metabolischen Syndrom führen. Fest steht, dass Übergewicht, Rauchen und Alkohol sich ungünstig auf den Verlauf der Psoriasis auswirken.

Ursachen

Äußere Provokationsfaktoren

1. Chemische Auslöser:

  • Verätzung
  • stark entfettende, hautreizende Mittel (z.B. Wasch-, Spül- oder Putzmittel)

 

2. Physikalische Auslöser:

  • Reibung, Verletzung
  • Verbrennung (Sonnenbrand)
  • Operationsnarben
  • Impfstellen
  • Druckstellen über Varizen

 

3. Entzündliche Hauterkrankungen:

  • Gürtelrose
  • Pilzinfektionen
  • Dyshidrosis
  • Kontaktallergien (z.B. Terpentin, Formaldehyd, Kosmetika)

 

 

Innere Provokationsfaktoren

1. Infektionserkrankungen:

  • Staphylokokken (Eitererreger)
  • Angina, Grippe, Bronchitis
  • Scharlach, Masern, Mumps

 

2. Medikamente:

  • Beta-Blocker, ACE-Hemmer
  • Malariamittel (Chloroquin u.a.)
  • Antidepressiva (Lithium)
  • nichtsteroidale Antiphlogistika (Indometacin, Phenylbutazon u.a.)

 

3. Hormonschwankungen:

  • Pubertät
  • Schwangerschaft
  • Wechseljahre

 

4. Seelische Auslöser:

  • Streß (z.B. berufliche oder familiäre Probleme)

 

5. Weitere Auslöser:

  • Übergewicht
  • Alkoholmissbrauch
  • Rauchen

Therapie

1. Lokaltherapie (klassisch):

  • Cignolin Minutentherapie
  • Teermischungen
  • Vitamin D3-Analoga
  • topische Vitamin-A-Präparate
  • Salicylsäure
  • Harnstoff
  • selten Steroide

 

2. Systemisch:

  • Fumarsäureester
  • Methrotrexat (MTX)
  • selten Ciclosporin (Sandimmun), Retinoide (Neotigason), sogenannte „Biologicals"

 

3. Phototherapie:

  • Balneophototherapie
  • Bade-PUVA
  • Creme-PUVA
  • SUP (UV-A und/oder UV-B)

 

4. Ernährungsberatung:

  • bei begleitenden internistischen Erkrankungen, wie z.B: Diabetes mellitus, Hypercholesterinämie, Hyperurikämie
  • bei Übergewicht

 

5. Psychologische Betreuung:

  • Einzelgespräche
  • Gruppengespräche
  • Entspannungsübungen

 

6. Schulungsprogramm:

  • dermatologisch
  • psychologisch
  • ernährungsmedizinisch