A+
A
A

Ober- und Unterlidstraffung

Bevor Sie sich einer operativen Lidstraffung unterziehen, sollten Sie die folgenden Informationen gründlich durchlesen:

Die Erschlaffung der Lider gehört zum natürlichen Alterungsprozess und ist häufig familiär mehr oder weniger stark ausgeprägt.

 

Eine extreme Erschlaffung der Oberlider kann zu einer krankhaften Gesichtsfeldeinschränkung führen. Tränensäcke können dagegen schon in jungen Jahren auftreten und erwecken dann den Eindruck von Kummer und Übernächtigung. Sie bestehen aus dem Fett der Augenhöhle, das den Augapfel umgibt und das durch Wassereinlagerung das lockere Unterlid verwölbt. Die mitunter dunkle und deshalb extrem dünne Haut der Unterlider, durch welche die Lidmuskulatur durchschimmert, kann auf operativem Weg nicht aufgehellt oder gefestigt werden. Alle überschüssige Haut, d.h. so viel wie zwischen zwei Fingern gefasst werden kann, wird mit den Tränensäcken zusammen in Form einer Lidplastik entfernt. Die Unterlider sind danach lediglich im Ruhezustand, nicht jedoch beim Lächeln, ohne Falten.

 

Operationsverfahren

In der Regel wird der Eingriff in örtlicher Betäubung durchgeführt, auf Wunsch können Sie auch in Vollnarkose operiert werden. Sie müssen dafür lediglich einen Tag vorher kommen, damit die für eine Narkose notwendigen Voruntersuchungen durchgeführt und die Narkose mit dem Anästhesisten besprochen werden kann.

 

Aus den Oberlidern kann nur soviel Haut entfernt werden, wie mit zwei Fingern gefasst werden kann. Außerdem sind oft kleine Tränensäcke oberhalb des inneren Augenwinkels vorhanden, die mit entfernt werden. Genäht wird mit fortlaufenden Fäden, die in der Haut (intracutan) versenkt sind und am 4. bis 6. Tag nach der Operation gezogen werden.

Bei starken Lachfalten in den Unterlidern wird auch ein Streifen der überstarken Lidmuskulatur entfernt. Die vordrängenden Tränensäcke werden in drei Portionen hervorgeholt und mit dem elektrischen Messer abgetrennt, damit keine Blutung entsteht. Der Eingriff dauert je nach Blutungsneigung und Menge des zu entfernenden Fettes 1 bis 1 ½ Stunden. Während dieser Zeit schlafen die meisten Patienten ein und öffnen lediglich auf Anruf die Augen.

Bei älteren Menschen erschlafft der Halteapparat der Unterlider oft sehr stark, so dass hier eine überschießende Narbenbildung zeitweilig ein leichtes Hängen verursachen kann. Diesem wird jedoch mit einer Haltenaht am Augenhöhlenrand vorgebeugt. Bei einer frühen Erschlaffung der Oberlider kann eine zweite Operation nach ca. 10 Jahren durchaus notwendig werden.

 

Komplikationen

In jedem Falle werden Sie, „blaue Augen" bekommen, die erst nach 8 bis 10 Tagen verschwunden sein werden. Auch wenn nur die Oberlider gestrafft wurden, bleibt der Bluterguss in den Unterlidern hängen. Er kann jedoch dort schon am nächsten Tag mit Puder oder Make-up kaschiert werden. Am besten bringen Sie eine dunkel getönte Brille mit ins Krankenhaus, die Sie während der folgenden 10 Tage tragen.

 

Während bei der Operation der Oberlider keine Komplikationen bekannt sind, kann es nach der Unterlidstraffung je nach Ausdehnung des Blutergusses und der individuellen Narbenbildung zu einem kurzzeitigen Abstehen der Unterlider kommen. Bei älteren Patienten mit erschlaffter Lidmuskulatur und bei einem Zweiteingriff ist diese Gefahr allerdings größer. Hier kann auch ein vermehrtes Tränenträufeln auftreten, wenn das Tränenpünktchen durch Schwellung der Haut nach außen vom Tränensee weggedrückt wird. Sollte sich diese Komplikation nicht innerhalb von 6 Wochen deutlich bessern, so kann durch eine Keilexzision aus dem Unterlidrand dieses verkürzt und damit dem Augapfel wieder angelegt werden.

Während der ersten Wochen nach der Operation erscheint Ihre Lidspalte etwas kleiner. Dieses rührt von Schwellungen und dem Zug nach außen her, der sich mit Rückbildung der Narben wieder lockert.

Nachblutungen treten bei gewissenhafter Blutstillung äußerst selten und dann meistens 4 bis 6 Stunden nach der Operation auf.

 

Bei einer Veranlagung zu überschießender Narbenbildung, wie dies häufiger bei rothaarigen und rotwangigen Patienten der Fall ist, müssten Sie mit einer derben Narbenplatte im Unterlid rechnen, die eine leichte Schwellung des Unterlides bewirkt hat und oft drei bis vier Monate zu tasten ist. Sie können den Vorgang der Narbenresorption durch kräftigen Druck etwas beschleunigen.

Obwohl die Lidstraffung direkt nichts mit dem Augapfel zu tun hat, sind in der Weltliteratur einige Fälle von einseitiger Erblindung nach einer ästhetischen Lidoperation beschrieben worden. Als Ursache dafür muss eine Arteriosklerose der Augengefäße angenommen werden. Auf diese äußerst ungewöhnliche Komplikation muss der Vollständigkeit halber hingewiesen werden. Sie ist der Hauptgrund für die augenärztliche Untersuchung, die vor der Operation verlangt werden muss.

 

Klinikaufenthalt

Wird die Operation in örtlicher Betäubung durchgeführt, so genügt es, wenn Sie am Morgen der Operation mit dem augenärztlichen Befund in die Klinik kommen. Leben Sie in der näheren Umgebung, so können Sie direkt nach Hause. Da Sie nach der Operation verschwommen sehen, sollten Sie sich abholen lassen.

 

Nachbehandlung

Zunächst wird am Nachmittag und Abend mit feuchten Kompressen und Eisbeuteln die Schwellung der Lider gemindert. Bei starker Blutungsneigung werden zwei kleine Gummilaschen in die Augenlider eingelegt, damit Blutansammlungen entlang dieser Drainagen ausgerollt werden können. Sie werden vor der Entlassung am nächsten Morgen entfernt.

Die lntracutanfäden sollen 4 bis 6 Tage später in der Klinik gezogen werden. Da die Narben genau in die bei geöffneten Augen entstehenden Lidfalten zu liegen kommen, sind sie in der Regel bereits nach 8 Tagen nicht mehr auffällig.

Musste jedoch aufgrund ausgeprägter Lachfalten oder Krähenfüße der Schnitt über die äußere Begrenzung der Augenhöhle geführt werden, so können diese zusätzlichen 1 bis 2 cm langen Narben noch einige Wochen gerötet und damit auffällig sein. Mit einem geeigneten Make-up lassen sie sich jedoch meist gut abdecken.

 

Neigen Sie zu auffälligen blauen Flecken oder haben Sie anhaltende Blutungen nach Bagatelle Verletzungen erlebt, so sollte eine Gerinnungsstörung vor der Operation durch eine spezielle Untersuchung unbedingt ausgeschlossen werden.

 

Weitere Fragen zur vorgesehenen Operation stellen Sie  bitte am Aufnahmetag.

 

Wichtig:

Vor der Operation sollten 2 Wochen keine blutverdünnenden Medikamente (Aspirin, ASS) eingenommen werden.