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Behandlung von Venenerkrankungen

Krampfadern oder nur Besenreiser?

Schweregefühl, abendliche Knöchelschwellungen oder Krämpfe in den Beinen – das alles können Symptome für ein Krampfaderleiden sein. Die meisten Betroffenen stören sich vor allem an den sichtbaren Folgen dieser Krankheit, aber Krampfadern sind mehr als nur ein kosmetisches Problem. Als Folge dieses Leidens kann es sogar zu den sogenannten „offenen Beinen“ kommen. Daher ist es in jedem Fall empfehlenswert, dies überprüfen zu lassen und gegebenenfalls die Krampfadern möglichst früh zu behandeln.

Wodurch entstehen Krampfadern?
Am Anfang dieses Krankheitsbildes steht meist eine angeborene oder erworbene Bindegewebeschwäche: Außenwand und Ventilklappen der venösen Blutgefäße überdehnen sich, wodurch die Venen ausleiern, zu Krampfadern werden und es kommt zu einer Funktionsstörung der Venenklappen. Neben ungünstigen Erbfaktoren sind es vor allem Übergewicht, Schwangerschaften, Bewegungsarmut oder ein stehender Beruf, die zur Krampfaderbildung zusätzlich beitragen können.

 

Die richtige Diagnose zur erfolgreichen Therapie

Viele Menschen leiden unter schweren Beinen, auch ohne dass bereits Krampfadern sichtbar sind. Trotzdem ist es möglich, dass eine venöse Bindegewebeschwäche dieses Problem hervorgerufen hat und die Krampfadern nur etwas tiefer im Unterhautfettgewebe liegen. Das Symptom schwerer Beine sollte deshalb phlebologisch, d.h. durch einen Facharzt, der eine spezielle Zusatzausbildung zur Diagnostik und Therapie von Krampfaderleiden hat, abgeklärt werden.

Hier können Sie die Sendung "main leben - Das Gesundheitsmagazin bei main.tv" mit einem Beitrag über unsere Ernährungsberatung herunterladen.

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In der Vital Klinik wird zunächst festgestellt, wo die Problematik im Venensystem liegt, denn davon hängt später Art und Umfang der Therapie ab. Zur Diagnostik ist daher eine genaue klinische Untersuchung der Beine in Form eines Funktionstests des tiefen Beinvenensystems, mittels einer Doppler- oder Duplexuntersuchung (Ultraschalluntersuchung der Strömungsverhältnisse in den Adern) erforderlich. Dieser Befund gibt darüber Aufschluss, ob eine Operation nötig ist und ob diese dann in örtlicher Betäubung oder in einer Vollnarkose durchgeführt werden sollte. Diese Diagnoseverfahren können problemlos in der Beinsprechstunde der Vital Klinik Alzenau besprochen und durchgeführt werden.

Bidirektionale Dopplersonographie
Die Dopplersonographie ist eine Ultraschalluntersuchung, also völlig schmerzfrei, bei der venöser Blutfluss durch Schallwellen hörbar gemacht und optisch dargestellt wird.  Bei dieser Untersuchung, die meist am stehenden Patienten durchgeführt wird, kann der Arzt gesunde und krankhafte Venenanteile (Klappenundichte) und Rückfluss (Reflux) diagnostizieren.

Farbkodierte Duplexsonographie
Die Farbduplexsonographie ist ebenfalls eine Ultraschalluntersuchung bei der die Blutgefäße und das umgebende Gewebe farblich dargestellt werden. Dies ermöglicht eine noch genauere Diagnostik als bei der Doppleruntersuchung.

Früher hat man bei Krampfadern häufig resigniert: In dem Glauben, dass ein Arzt an der Bindegewebeschwäche sowieso nichts ändern könne, hielt man viele Therapiemaßnahmen für nutzlos. Diese Einstellung muss heute revidiert werden. Um Spätfolgen zu vermeiden, sollten ausgeleierte Venenabschnitte möglichst frühzeitig behandelt werden. Die einfachste Behandlungsmöglichkeit besteht darin, diese Venenabschnitte einfach zu komprimieren mit den sogenannten „Gummistrümpfen", die dem Bindegewebe von außen Halt geben. Diese Kompressionsstrümpfe sind heutzutage schon sehr komfortabel und bieten eine deutliche Erleichterung bei schweren Beinen und beugen einem Fortschreiten des Krampfaderleidens vor. Bereits vorhandene Krampfadern werden dadurch aber nicht geheilt.

  • regelmäßiges Hochlagern der Beine
  • kalte Wassergüsse
  • Gewichtsabnahme
  • mehr Bewegung etc . . .

All diese Ratschläge können zeitweise die Beschwerden lindern, bestehende Krampfadern verschwinden durch all diese Maßnahmen jedoch nicht.

 

Weitere Therapiemöglichkeiten:

1. Sklerosierung sowie Schaumsklerosierung (Verödung)

Das Veröden ist dann aussichtsreich, wenn keine größeren Venenklappen zerstört sind wie bei Besenreisern. In diesem Verfahren werden ausgeleierte Venenabschnitte kleinen Kalibers von innen „verklebt": die kleine „Krampfaderspinne" verschwindet.

2. Venenoperationen und Revisionen

Sind größere Venenklappen zerstört, können diese Krampfadern in der Vital Klinik operiert werden. Solche Operationen sind oft ambulant in örtlicher Betäubung möglich. Manchmal ist aber auch ein stationärer Eingriff mit Vollnarkose erforderlich. In einer solchen Operation entfernen unsere Fachärzte die ausgeleierten Venenabschnitte und „stopfen" so Löcher im venösen System. Zwar können im weiteren Verlauf des Lebens erneut Venen ausleiern und somit im Alter einige neue Krampfadern wieder entstehen. Sicher hat man aber eine längere, beschwerdefreie Zeit gewonnen. Abwarten oder Resignieren ist dagegen keinesfalls empfehlenswert - insbesondere wenn ein offenes Bein droht, ist immer ein Therapiebedarf gegeben.

3. V.A.C-Therapie

Durch den speziellen Schaumstoff-Folienverband und die V. A. C.- Pumpe wird ein kontrolliertes Vakuum direkt an der Wunde erzeugt. Druckunterschiede, die durch die Bewegung des Patienten entstehen können, werden automatisch ausgeglichen. Somit ist eine kontinuierliche Anwendung gesichert. Ein Schlauchsystem führt vom Verband zu einem in die Pumpe eingegliederten Wundauffangbehälter, der an die tragbare Funktionseinheit/Vacuumpumpe angeschlossen ist. Die Größe des negativen Drucks kann manuell stufenweise, (25 mm Hg) individuell eingestellt werden. Dort kann außerdem aus zwei Therapieformen ausgewählt werden. 

Kontinuierlich: Dabei wird ein ständiger Unterdruck über den gesamten Behandlungszeitraum auf die Wunde ausgeübt. Meist geschieht dies zu Beginn mit einem Sog von 125 mm Hg oder bei hoher Schmerzempfindlichkeit des Patienten mit 75 mm Hg.

Intermittierend: Hier wechselt die Behandlung zwischen Unterdruck und ausgeglichenem Druck (beispielsweise 5 min Sog, 2 min Pause). Die Intervallzeiten werden vom Anwender individuell geregelt

  • Wundränder werden schneller zusammengezogen, somit die Wundfläche verkleinert
  • Keimdichter Verschluss der Wundfläche, dadurch werden Infektionen gemieden und infektiöses Material wird abgeleitet
  • Durchblutung und Sauerstoffversorgung wird gefördert
  • Förderung der Granulation und somit des Heilungsprozesses
  • Die Lebensqualität steigt
  • Diese Therapie findet Anwendung vor allem bei chronischen Wunden, Ulzera jeder Art, aber auch bei infizierten oder therapieresistenten Wunden, bei Wundheilungsstörung bei schlechter Durchblutung, Lymphfisteln, nach Transplantation sowie bei traumatischen Wunden.